Karlsruhe – Alles zum Leben

1 Mai 2005 In: Mercedes-Passion, aim

Würden Sie nicht gerne in einer Stadt wohnen, die alles zum Leben bietet?

Dann sind Sie hier in Karlsruhe richtig.

Warum also nicht damit werben, dachten sich die zwei aimler Tanja Schmidt und Thilo Wessel.

„Karlsruhe – Alles zum Leben“ steht als neuer Slogan auf den fächerförmigen Imagebroschüren und auf den drei Meter hohen beleuchteten Pyramiden, die Besucher willkommen heißen.

Zum Slogan gehört das Maskottchen, der Greif. Man sieht das badische Wappentier mal am Laptop, mal an der Staffelei, es verbindet die Stärken der Stadt und beides, Maskottchen und Slogan führen weg vom grauen und kühlen Image der Stadt hin zu ihren Besonderheiten:
Karlsruhe – BE FIRST in Kultur und
Karlsruhe – BE FIRST in IT.

Mit dieser Marketing-Konzeption haben die zwei aimler Tanja Schmidt und Thilo Wessel in Zusammenarbeit mit der Grafikerin Kirstin Weissenburger den dritten Platz beim Stadtmarketing-Wettbewerb des Marketingclub Karlsruhe erreicht.

Marketing-Professor Christoph Ewert und der aim-Mentor für PR und Marketing, Matthias Benz (Unternehmensberatung „Die Partner“), haben diese Projekt intensiv begleitet.

Matthias Benz, Tanja Schmidt und Thilo Wessel

1 Mai 2005 In: Kommunalpolitik


“Wer sich nicht mit Politik befasst,
hat die politische Parteinahme,
die er sich sparen wollte,
bereits vollzogen.”

Max Frisch

Berufung eines Jugendbeauftragten

1 Mai 2005 In: Kommunalpolitik

„Berufung einer/eines Kinder- und Jugend-Beauftragte/n der Bundesregierung“

So hieß der Antrag, den ich 2003 für die Jusos geschrieben habe. Der Antrag wird hier veröffentlicht, da mich manche Freunde immer wieder fragen, was ich denn politisch so fordere.

Die baden-württembergische Jusos fordern die Bundesregierung auf, die Stelle einer/eines Kinder- und Jugend-Beauftragte/n einzurichten.
Begründung/Information:
Neben der schon bestehenden Kinder-Kommission soll es zukünftig eine/einen Kinder- und Jugend-Beauftragte/n geben, der/die die Interessen der jungen Mitmenschen gegenüber der Bundesregierung vertritt.

Hauptaufgabe ist die Sicherstellung von Koordinationsaufgaben. Die Person vertritt die Interessen junger Mitmenschen.
Je eindeutiger die Identität von Person und Ehrenamt gelingt, desto besser wird sich die/der Beauftragte als Repräsentant/in der Interessen der Kinder und Jugendlichen anerkannt. Die aktuelle politische Situation macht die Notwendigkeit deutlich: hohe Staatsverschuldung, Generationen-Vertrag, Pisa-Studie, Gewalt an Schulen, sexueller Missbrauch ect. Dies sind aktuelle politische Themen, bei denen die Interessen der Kinder und Jugendlichen wirkungsvoll vertreten werden müssen.
Der/die Bundesbeauftragte/r gehört zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Die Person ist ressortübergreifend tätig und fachlich nur der Bundesregierung gegenüber verantwortlich. Dadurch erhält sie die Möglichkeit, die Anliegen junger Menschen aus einer Gesamtschau heraus wahrzunehmen und in die einzelnen Politikbereiche einzubringen. Die Verantwortung für die Berücksichtigung von Belangen junger Mitmenschen liegt bei dem jeweils zuständigen Fachministerium. Das Amt der/des Beauftrage/n macht es aber möglich, dass Anliegen an einer Stelle innerhalb der Bundesregierung vorgebracht werden können, die nach Lösungen sucht, Antworten aus den verschiedenen Politikbereichen bündelt und mit eigenen Stellungnahmen versieht.

Das Ehrenamt der/des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange der Kinder und Jugendlichen hat insgesamt einen vorschlagenden und beratenden Charakter. Durch das Benennen und Aufzeigen von Problemlagen und Lösungsvorschlägen soll die Gesellschaft stärker für die Belange junger Mitmenschen sensibilisiert werden.

Die Tätigkeitsfelder:
• Mitgestaltung der politischen und sozialen Rahmenbedingungen für Kinder und Jugendliche
• Aktive Begleitung der Gesetzgebung auf Bundesebene
• Zentraler Ansprechpartner bei der Bundesregierung für Kinder und Jugendliche
• Ansprechpartner für Kinder- und Jugend-Verbände, Einrichtungen und Organisationen, die sich für Kinder und Jugendliche engagieren
• Vertretung der Belange junger Mitmenschen innerhalb der Bundesregierung
• Aktive Teilnahme an der öffentlichen, politischen und gesellschaftlichen Diskussion über Kinder- und Jugendpolitik
• Öffentlichkeitsarbeit über Vorhaben der Bundesregierung
• Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, die Interessen der jungen Generationen ins Bewusstsein der Gesellschaft zu rücken und zu stärken
• Initiator neuer Maßnahmen/Kampagnen für Kinder und Jugendliche

Im Brennpunkt: Stadtrat Thilo Wessel will das Kuppelsteinbad retten – und erntet schon jetzt Lob von der Stadt

(BNN, Michael Janke, 16.8.03)

In heißen Zeiten hagelt es gerne hitzige Debatten. Wenn es um die Gaggenauer Bäder geht, kann da manch explosives Gedankengemisch zusammenkommen – die einen wollen sich die Abkühlung in den Fluten unterhalb des Kuppelsteins nicht nehmen lassen, die anderen wollen nicht länger im Becken des Waldseebades auf Grund laufen. Ein Bad soll es in Gaggenau künftig nur noch geben, hat der Stadtrat beschlossen, und dies wird das Waldseebad im Traischbachtal sein.
Gleichzeitig wollen die Stadträte aber den Bürgern nicht Wasser auf die ausgetrockneten Argumentationsmühlen geben, in denen die Mehrheitsfraktionen mit ihren Beschlüssen zermahlen werden und der Eindruck zurückbleibt: Die Interessen der Bürger sind ihnen gleichgültig. Deshalb schrieb der Gemeinderat der Stadtverwaltung ins Stammbuch, dass die anderen Bäder noch „möglichst lange“ offen bleiben sollen – und dass es vor allem sinnvolle Folgenutzungen der Bäder geben soll.
Wie das genau aussehen wird, hat freilich keiner gesagt, was bei den Bürgerinitiativen nun nicht gerade zur Abkühlung der Gemüter beigetragen hat. Was also passiert denn nun am Tag X, wenn das Waldseebad fertig ist, die Pumpe im Kuppelsteinbad durchbrennt, der Filter in Sulzbach seinen Geist aufgibt und das Becken in Rotenfels irgendwann leck ist?

Pünktlich zur meteorologischen Abkühlung zaubert SPD-Stadtrat Thilo Wessel ein Konzept hervor, das alle Wasserratten eigentlich wie eine erfrischende Dusche im hitzigen Bäderstreit erleben müssten. Ausgerechn

Verkehrte Welt? Keineswegs. Thilo Wessel bleibt seiner Linie treu, dass die Stadt nur noch ein Bad finanziell unterstützen soll. Und genau dies hebt sein Konzept von der lautstarken Kritik der erbosten Initiativen ab. Wessel will, dass beim Betrieb des Kuppelsteinbads eine Null unter dem Strich steht. Dazu will er, grob gesagt, das Kuppelsteinbad in einen Bürgerpark umkrempeln, das ehrenamtliche Engagement institutionalisieren sowie Spender und Sponsoren gewinnen.

Lob gab es für die Vorschläge bereits aus berufenem Munde. Bauamtsleiterin Maritta Striewe, von den Badischen Neuesten Nachrichten zum Wesselkonzept befragt, attestierte dem Stadtrat einen „konstruktiven Ansatz, mit dem man in die Zukunft denken kann“. Es seien „gute Ideen miteinander in Zusammenhang gebracht“ worden. Striewe selbst, die mit der Umsetzung des Badbeschlusses unter anderem betraut ist, werde sich der Ideen bei ihrer weiteren Arbeit bedienen, ließ sie durchblicken. Das heißt: Wessels Konzept wird nicht, wie viele Vorschläge aus den Bürgerinitiativen, als Angriff auf die Stadtverwaltung angesehen. Das ist bereits die halbe Miete, wenn ein Konzept realisiert werden soll.
Thilo Wessel will das Kuppelsteinbad ausbauen in einen Freizeitpark mit Spielplatz, Schachbrett, Tischtennis und anderen Einrichtungen. Dadurch soll das Gelände nicht nur drei, sondern neun Monate pro Jahr genutzt werden können. Der Park werde dann nicht mehr nur die Schwimmer, sondern auch ganz andere Leute ansprechen als bisher.

Zur Finanzierung präsentiert der SPD-Stadtrat eine schlüssige Rechnung: Zurzeit läuft im Kuppelsteinbad ein jährliches Defizit von 150.000 Euro auf, darin sind Einnahmen von lediglich 16.000 Euro eingerechnet. Wessel will nun unter den 10.000 potenziellen Nutzern des Kuppelsteinbades jeden dritten dazu animieren, eine 35 Euro teure Jahreskarte zu kaufen – das würde rund 90.000 Euro in die Kasse spülen. Wessel geht davon aus, dass auch ideelle Unterstützer zu gewinnen sind. Die Ausgabenseite will Wessel um 60.000 Euro drücken, womit die Null unter dem Strich erreicht wäre. Dies könne, so sein Kalkül, durch stärkere Einbindung des Ehrenamts geschehen im Kassen- und Aufsichtsbereich. Neben dieser vereinfachten Rechnung will der Stadtrat freilich auch Kampagnen für Spenden und Sponsoring starten, um finanzielle Verschiebungen auf der einen oder anderen Seite in den Griff zu bekommen.

Schließlich soll es noch ein Modell zur Anschubfinanzierung geben, denn der Freizeitpark samt Bürgerbad muss ja erst noch aus der bisherigen Anlage entstehen. Die Stadt, die in den beiden kommenden Jahren ohnehin ein Defizit von insgesamt 300.000 Euro tragen müsste, soll dieses Geld zur Instandsetzung bereitstellen. Außerdem soll sie noch den Betrag, der bei einer Schließung des Bades für die Renaturierung ausgegeben werden müsste, draufsatteln. Das könnte mit weiteren Sponsorengeldern eine halbe Million Euro ergeben, womit ein Umbau möglich wäre. Unter „www.ottenau-online.de“ kann über die Ideen übrigens diskutiert werden.

Geht Wessels Konzept auf, dann schwappt in Ottenau weiterhin das Wasser, kein städtisches Geld müsste zum Kuppelstein fließen, das Murgtal hätte einen Freizeitpark – und das Bürgergemüt wäre abgekühlt. Bis zum nächsten heißen Sommer.

Verantwortung für alle Gaggenauer

1 Mai 2005 In: Kommunalpolitik

Jung-Stadtrat aus Ottenau sieht sich unter Druck

BT (31. Juli 2003)

Seit knapp vier Jahren sitzt Thilo Wessel im Gemeinderat und bemüht sich dort darum, für Gaggenau das Beste zu erreichen. Zuletzt jedoch mache ihm die Arbeit nur noch bedingt Spaß, wie er im BT-Gespräch betont. Die anhaltende Diskussion um die Freibäder macht dem 26-Jährigen zu schaffen. Nicht nur, weil sie sehr emotional geführt wird, sondern auch, weil sie ins Persönliche hineingeht. In der letzten Sitzung des Gemeinderates hatte Thilo Wessel bereits zu dieser Problematik öffentlich Stellung bezogen. Gegenüber dem BT bekräftigte er nun seine Haltung zum öffentlichen Druck, dem er sich als kommunalpolitisch Verantwortlicher seit Monaten ausgesetzt sieht.

“Ich habe für den Stadtrat kandidiert, weil ich mitgestalten und Verantwortung Übernehmen wollte, aber Verantwortung gleichberechtigt für alle Einwohner von Gaggenau, und nicht nur eines Stadtteils”, sagt der Ottenauer, der bei der Kommunalwahl vor vier Jahren Überraschend den Sprung an den Ratstisch geschafft hatte. “Der politische Alltag lehrt mich, dass es Kraft und Mut kostet”, so fährt er fort, “sich in gleichem Maße für alle Bereiche zu engagieren und nicht der Gefahr zu erliegen, den Wählern nach dem Mund zu reden.”

Respekt für die Freibadinitiative
Die Diskussion um die Bäder habe viele Emotionen hervorgerufen, teilweise bedingt auch durch das ungeschickte Taktieren der Stadtverwaltung, so Wessel. “Ich möchte ausdrücklich meinen Respekt für das Engagement der Kuppelsteinbad-Initiative in Ottenau ausdrücken. Aber ich gebe auch zu bedenken, dass das Ottenauer Schwimmbad nur ein Puzzleteil im Verantwortungs- und Finanzierungsbereich der Stadt ist.” Es wäre für ihn bequem, so betont er, die Erhaltung aller Schwimmbäder zu fordern – gleichermaßen aber unverantwortlich.

Die Realität seien eine seit zehn Jahren leere Stadtkasse und ein drastischer Rückgang der Gewerbesteuereinnahmen von ehemals 25 Millionen Euro auf nur noch 20 Prozent davon. “Aber die Infrastruktur der Stadt hat sich in dieser Zeit nicht verringert: Schulen, Kindergärten, Mehrzweckhallen, Stadtbibliothek, Schwimmbäder etc. wollen unterhalten werden. Alleine die Schulen müssten für zehn Millionen Euro saniert werden, um unserem Bildungsauftrag nachzukommen. Diese Tatsache zwingt uns, Prioritäten zu setzen”, betont der Stadtrat. Bei der ganzen Bäderdiskussion habe man die dringenden Probleme aus den Augen verloren. Die “Ein-Bad-Lösung” für die Freibäder sei die Spitze des Eisberges. “Aber wer möchte jetzt noch den Mut aufbringen, weitere Einschnitte zu fordern?”, so Wessel.

Thilo Wessel beklagt, dass seit Jahren eine Politik betrieben werde, und das nicht nur auf kommunaler Ebene, die auf Kosten der zukünftigen Generationen ginge und die die heute Handelnden durch die Zinsbelastung bald handlungsunfähig mache. “Keine Familie, keine Firma gibt Jahr für Jahr mehr aus, als sie einnimmt. Ein zweites, städtisches Freibad in Ottenau bringt als Konsequenz Einschnitte in anderen Bereichen. Deshalb frage ich jeden Ottenauer: Wo wollen wir dann den Rotstift ansetzen? Bei Kindergärten und Spielplätzen, der Merkurhalle oder dem Vereinsheim, bei der Sporthalle oder dem Sportplatz? Wer mehr fordert, muss auch den Mut haben zu sagen, worauf er verzichten will, so der Ottenauer Stadtrat.

Der 26-Jährige fordert für die Zukunft, die emotionsbeladene Diskussionsebene zu verlassen und mit einer neuen Sachlichkeit die anstehenden Probleme zu lösen. “Ich mache es mir wie die meisten anderen Stadträte nicht leicht, wenn es darum geht, Einrichtungen zu privatisieren oder zu schließen, um Gaggenau mit einer nachhaltigen Kommunalpolitik zukunftsfähig zu machen”, beteuert der Jung-Stadtrat. “Wenn ich mir allerdings immer wieder Begriffe wie Idiot oder Schande fÜr Ottenau anhÖren muss, frage ich mich, ob ich meine Freizeit nicht sinnvoller gestalten sollte.”